Klosterkirche Maulbronn

Die Klosterkirche in Maulbronn

Die Klosterkirche Maulbronn ist eine noch gut erhaltene Klosteranlage der Zisterzienser-Mönche. Der Zisterzienser-Orden wurde um 1113 gegründet. Es handelte sich dabei um eine Reformbewegung, die aus dem Benedikterorden hervorging. Man wollte sich wieder stärker und strenger den Regeln des Ordensgründers Benedikt widmen. „Ora et labora“ – "bete und arbeite" waren wieder verstärkt die Prinzipien der neugegründeten Ordensform.

Geschichte

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Der Klosterhof

Im Klosterhof gibt es viele verschiedene Gebäude, die zur Blütezeit des Klosters gebaut und genutzt wurden.

Die Klosterapotheke wurde schon zu Zeiten der Mönche als Apotheke genutzt. Eine Tradition, die bis heute aufrechterhalten wird. Im heutigen Infozentrum, der ursprünglichen Küferei, wurden schwere Holzfässer hergestellt.

Die Gebäude des Klosterhofs beherrbergen heute Verwaltungorgane der Stadt Maulbronn

Der Klosterhof in Maulbronn

Das große Gebäude daneben ist der sogenannte Fruchtkasten und dient heute als Stadthalle. Die Größe des ehemaligen Fruchtkastens zeigt, wie reich und einflussreich das ehemalige Kloster gewesen ist. In diesem Gebäude befand sich ein Weinkeller, ein Speicherraum und das Bindehaus, in dem Fässer und Körbe hergestellt und gelagert wurden.

Gegenüber liegt das heutige Rathaus. Früher war hier der Marstall untergebracht. In den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden des Maulbronner Klosters sind auch heute noch wichtige Verwaltungsgebäude der Stadt. Unter anderem befindet sich hier eine Polizeistation und ein Notariat. Am Ende des Hofes befindet sich die Klosterkirche und die ehemaligen Wohnräume der Mönche.

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Die Klosterkirche

Die ehemalige Klosterkirche wird auch heute noch für Gottesdienste genutzt, allerdings nur im Sommer. Im Winter weicht man auf eine besser beheizbare Winterkirche aus.

Die Klosterkirche Maulbronn wurde ursprünglich im romanischen Stil erbaut und hatte eine flache Holzbalkendecke. Im Zuge der Renovierung und Erweiterung der Kirche im 14. Jahrhundert wurde diese durch das reich verzierte Netzgewölbe ersetzt. Trotz der gotischen Umgestaltung der Kirche ist sie dennoch schlicht gehalten.

Um mehr über den Lettner der Klosterkirche Maulbronn und seine Bedeutung für Laien und Mönche zu erfahren, bewegen Sie den Mauszeiger über das Bild.

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Das Kruzifix

Conrad von Sinsheim schuf 1473 das Kruzifix aus Sandstein für die Klosterkirche Maulbronn

Das Kruzifix in der Klosterkirche Maulbronn wurde aus einem Sandsteinblock herstellt

Das überlebensgroße Kreuz mit Jesus Christus scheint auf den ersten Blick aus verschiedenen Materialien gefertigt zu sein, das komplette Kruzifix ist aber aus einem einzigen Sandsteinblock hergestellt. Die einzelnen Partien unterscheiden sich nur durch ihre Farbe voneinander.

Hinweis auf den Künstler dieses Kruzifix liefert der Lendenschurz: Die Enden formen die Initialen des Künstlers „CS“ – Conrad von Sinsheim. Geschaffen wurde dieses Kruzifix 1473.

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Das Chorgestühl

Das gotische Chorgestühl in der Klosterkirche Maulbronn wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts für den Mönchschor geschaffen.

Das Chorgestühl bot 92 Mönche Platz für ihre Stundengebete und Messen. Im Sommer kamen die Mönche für ihr erstes Gebet bereits um ein Uhr nachts aus ihren Schlafsälen hierher. Deshalb befindet sich auch ein kleiner Treppenaufgang zu den Schlafsälen am rechten Ende des Mönchschors. 

Der Dreisitz, der nahe des Altars steht, gehört auch zum Chorgestühl. Dieser war für den Abt und zwei Diakone reserviert. 

Das Chorgestühl der Klosterkirche Maulbronn bot 92 Mönchen Platz für Stundengebet und Messe

Das aufwendig verzierte Chorgestühl in der Klosterkirche Maulbronn aus dem 15. Jahrhundert

An den Seitenwänden befinden sich verschiedene eingeschnitzte Szenen aus der Bibel: der betrunkene Noah, gefolgt von dem Tanz des Davids vor der Bundeslade, Kain und Abel, sowie Maria mit dem Jesuskind.

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Der Chorraum

Wo früher der Hochaltar in der Klosterkirche Maulbronn stand, finden sich heute Altarfiguren, die den Bauernkrieg überstanden haben

Altarfiguren, die den Bauernkrieg überstanden haben

An der Stelle, an der früher wohl der Hochaltar stand, sind heute die noch übrig gebliebenen Altarfiguren aufgestellt. Der ursprüngliche Altar ist wohl den Bauernkriegen zum Opfer gefallen. Aus diesem Grund ist es erstaunlich, dass noch alle Figuren so gut erhalten sind. Bis auf den gekreuzigten Jesus in der Mitte sind die Figuren sogar noch vollständig erhalten.

Neben dem Altar steht eine wunderschöne Madonnenstatue, die das Jesus-Kind in ihren Armen hält. Man nimmt heute an, dass diese Statue um 1300 geschaffen wurde. Maria ist die Schutzheilige aller Zisterzienser-Klöster. Man vermutet, dass die Mönche, wenn sie aus ihren Schlafsälen in den Chorraum zum Stundengebet kamen, zunächst der Marienstatue huldigten.

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Die Stifter des Klosters

Zur Rechten und Linken des Chorraums sind zwei Epitaphe an der Wand befestigt. Es sind die Grabsteinplatten der beiden Hauptstifter des Klosters.

Walter von Lommersheim stiftete bei der Gründung des Klosters mehrere Ländereien, die für die wirtschaftliche Stärke des Klosters entscheidend waren.

Der Bischof Gunther von Speyer unterstützte auch politisch die Ordensgemeinschaft und die Gründung des Klosters. Er ist an seiner Kopfbedeckung, der Mitra, zu erkennen.

Die Gründung des Klosters Maulbronn ist auch auf einem Wandbild zu betrachten. Hier wird ein kleines Modell der Jungfrau Maria übergeben: Ein symbolisches Zeichen, das noch einmal verdeutlicht, dass Maria die Schutzheilige des Klosters ist.

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Der Kreuzgang

Von der Klosterkirche kommt man in den Kreuzgang.

Um mehr über den Kreuzgang der Klosterkirche Maulbronn herauszufinden, fahren Sie mit dem Mauzeiger über das Bild.

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Der Kapitelsaal

Der Kapitelsaal der Klosterkirche Maulbronn ist an der Decke mit Malereien verziert

Im Kapitelsaal wurden Ordensregeln verlesen und Äbte gewählt

Die Zisterzienser hatten jedes unnötige Wort zu vermeiden. Das bedeutete, dass die Mönche nicht miteinander sprechen durften und sich nur durch Zeichensprache miteinander verständigten.

Eine Ausnahme bestand jedoch im Kapitelsaal. In diesem Raum wurden die Ordensregeln verlesen, Äbte gewählt und auch persönliche Dinge besprochen. Sollte einer der Mönche gegen eine der Regeln des Ordens verstoßen haben, so besprach man hier die Buße, die er verrichten sollte.

An der Decke sind wundervoll verzierte Deckenmalereien. Dargestellt sind hier vor allem die Gegenstände unter denen Jesus Christus litt. Eine Rute, ein Hammer, mit dem er an das Kreuz geschlagen wurde, das Kreuz selber und noch einige weitere.

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Das Brunnenhaus

Im Brunnen des Kloster Maulbronns wuschen sich die Mönche, bevor sie zum Essen gingen

Der Brunnen ist das Wahrzeichen der Maulbronner Klosters

Im Brunnenhaus steht das Wahrzeichen des Kloster Maulbronns, ein wunderschöner Brunnen mit drei verschiedenen Becken. Der Brunnen bestand zu Klosterzeiten nur aus dem unteren Becken. Hier wuschen sich die Mönche, bevor sie zum Essen gingen.

Der Brunnen wird von einer natürlichen Quelle mit Wasser versorgt, die außerhalb und etwas oberhalb des Geländes liegt. Daher wird auch keine Pumpe für den Brunnen benötigt. Die oberen beiden Becken kamen erst im Zuge einer Renovierung 1878 dazu. Alle drei Schalen stammen aber vom Klostergrund. Die untere Sandsteinschale stand schon immer hier, die Schale darüber stammt aus dem Jagdschloss und die kleinste Schale ganz oben aus einem Brunnen im Hof.

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Das Herrenrefektorium

Die Größe des Herrenrefektoriums im Maulbronner Kloster zeugt vom Reichtum und Einfluss des Ordens

Das Herrenrefektorium war der Speisesaal der Mönche im Maulbronner Kloster

Gegenüber vom Brunnenhaus steht das Herrenrefektorium, der Speisesaal der Mönche. Hier nahmen die Mönche alle ihre Mahlzeiten ein. Links neben dem Speisesaal befand sich die Küche. Durch eine Durchreiche an der linken Wand fand die Essensausgabe statt. Die kleine Klappe an der linken Wandseite ist heute noch gut zu erkennen.

Zu essen gab es meistens Fisch, Gemüse, Getreide und Obst. Fleisch war für die Mönche, außer im Krankheitsfall, verboten. Immer während der Mahlzeiten las ein Mönch aus einer erhöhten Lesekanzel den Speisenden aus der Bibel oder andern kirchlichen Texten vor.

Die Lesekanzel befand sich an der rechten Wandseite relativ weit hinten im Raum. Die hohen Decken und die aufwendig verzierten Säulen erinnern an einen festlichen Saal, der sonst nur für Könige geschaffen wurde. Auch hier zeigt sich der Reichtum und Einfluss des Ordens.

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Das Laienrefektorium

Die Laienbrüder lebten streng getrennt von den Mönchen. Daher gab es keinen direkten Durchgang vom Kreuzgang in das Laienrefektorium

Im Laienrefektorium aßen die Lairenbrüder getrennt von den Mönchen

Das Laienrefektorium war der Speisesaal der Laienbrüder. Da die Laienbrüder streng getrennt von den Mönchen lebten, gab es früher keinen direkten Durchgang von dem Kreuzgang in diesen Speisesaal. Dieser war nur über eine Tür vom äußeren Klosterhof erreichbar.

Obwohl die Mönche getrennt von den Laien lebten, bekamen doch beide das gleiche Essen aus der Küche. Heute wird dieser Saal für Veranstaltungen und Konzerte genutzt.

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Kontakt und weitere Informationen