Marienkirche Reutlingen

Die Marienkirche in Reutlingen ist eine der bedeutendsten Kirchen der Reformation in Württemberg. Von der ursprünglichen Kirche, die 1343 fertig gebaut wurde, steht heute nur noch die Sakristei. Die restliche Kirche ist bei einem verheerenden Stadtbrand in Reutlingen im Jahr 1726 schwer beschädigt und danach aus Geldmangel nur notdürftig repariert worden.

Geschichte

Die Marienkirche ist eines der Wahrzeichen der Stadt Reutlingen. Sie war die erste Kirche, die innerhalb der Stadtmauern errichtet wurde.

Um mehr über die Geschichte der Marienkirche und der Stadt Reutlingen zu erfahren, klicken Sie sich unten durch die Timeline.

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Die Orgel

Die Orgel in der Marienkirche stammt aus dem Jahr 1988 und zählt 3.813 Pfeifen

3.813 Pfeifen zählt die Orgel der Marienkirche. Eingeweiht wurde die Orgel der Firma Rieger im Jahre 1988. Dabei wurden die neuen Register der Orgel in das ursprüngliche Orgel-Prospekt eingebaut. Eine Orgel ist ein sehr temperaturempfindliches Instrument und in der Reutlinger Marienkirche schwanken die Temperaturen stark. Dadurch verändern sich die Schwingungen mancher Orgelpfeifen, was zu einer Tonveränderung führt. Dies stellt eine besondere Herausforderung für den Organisten dar.

In der Kirche wird auch mit anderen Instrumenten musiziert: Hören Sie hier ein musikalisches Stück aus der Marienkirche.

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Die Kanzel

Von der Kanzel in der Marienkirche predigen die Pfarrerinnen und Pfarrer bei jedem Gottesdienst. Diese Kanzel trägt dabei eine ganz besondere Symbolik in sich. Denn der hier Predigende predigt auf den Schultern der Kirchväter und Vorfahren.

Um mehr über die Kanzel der Marienkirche Reutlingen herauszufinden, fahren Sie mit dem Mauszeiger über das Bild.

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Der Altar

Der Altar ist der Tisch des Herrn. Dieser ist von beiden Seiten nutzbar. Sollte eine kleinere Feier im Chorraum stattfinden, so wird der Altar von der anderen Seite genutzt und geschmückt.

Ursprünglich gab es in der Marienkirche einen prächtigen Hochaltar und viele kleinere Altäre in den Seitenkapellen. Im Zuge der Reformation und dem damit verbundenen Bildersturm wurden aber alle diese Altäre vernichtet. Unter dem Bildersturmwährend der Reformation versteht man die Entfernung und oftmals auch Vernichtung von Gemälden und Skulpturen, aber auch Altären aus den Kirchen. Martin Luther war selber kein Vertreter des Bildersturms.

So kam dann 1876 dieser Altar in die Marienkirche. Auf ihm steht das Kreuz des Künstlers Hans Gottfried von Stockhausen. Wer sich auf die Rosette am Boden vor dem Altar stellt und durch die beiden Engel im Kreuz schaut, der kann Jesus im roten Gewand dahinter entdecken. Dies ist kein Zufall, sondern Absicht des Künstlers. Es soll zeigen, wie die Engel Jesus bei seiner Auffahrt in den Himmel begleiten.

Und als Jesus das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Apostelgeschichte 1,9-11

Auf dem Altar der Marienkirche Reutlingen steht ein Kreuz des Künstlers Hans Gottfried von Stockhausen. Es zeigt Jesus bei seiner Auffahrt in den Himmel

Während der Reformation wurden die Altäre in Reutlingen vernichtet. Dieser Altar stammt aus dem Jahr 1876

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Das Heilige Grab

Das Heilige Grab an der hinteren Außenwand des Chorraumes ist eines der ältesten Kunstschätze der Marienkirche. Wie auch der Taufstein stammt dieses leere Grab aus dem Jahre 1499.  Es überlebte wie durch ein Wunder den Stadtbrand von 1726, wobei die Marienkirche von innen fast komplett ausbrannte. Es steht heute an der Stelle, an der ursprünglich ein Hochaltar stand.

Um mehr über das Heilige Grab der Marienkirche Reutlingen herauszufinden, fahren Sie mit der Maus über das Bild.

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Der Taufstein

Der achteckige Taufstein beweist einmal mehr, dass es sich ursprünglich um eine katholische Kirche handelte. Denn rund um den Taufstein sind die sieben katholischen Sakramente abgebildet.

Um mehr über den Taufstein der Marienkirche Reutlingen herauszufinden, fahren Sie mit dem Mauszeiger über das Bild. Die Sakramente sind entgegen des Uhrzeigersinns dargestellt.

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Der Chorraum und der Bürgermeister

Wer hinter den Altar tritt, der steht mitten im Chorraum. Dieser wird heute für kleinere Feiern wie den Taizé-Gottesdienst genutzt. Rechts und links an den Wänden befinden sich vier stattliche Männerstatuen. Auf der rechten Seite der große Reformator Melanchton und neben ihm der Reutlinger Reformator Matthäus Alber. Auf der linken Seite Martin Luther und der Bürgermeister Joss Weiß, der die Reformation in Reutlingen möglich machte.

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Die Sakristei

Die Sakristei auf der linken Seite des Chorraums ist der älteste noch erhaltene Teil der Marienkirche. Dieser Teil der Kirche überlebte den Stadtbrand von 1726 wahrscheinlich unbeschadet, da er keine Holzdecke besitzt, sondern ein steinernes Dachgewölbe.

In der Sakristei ist an den Wänden die Geschichte der heiligen Katharina dargestellt. Ihre Legende lautet wie folgt: Caesar Maximinus, der herrschende Kaiser, wollte alle Christen zum Tode verurteilen. Die wortgewandte und sehr kluge Katharina schaffte es aber, alle seine 50 Gelehrten und Philosophen zum Christentum zu bekehren. Der Kaiser wollte sie daraufhin an seiner Seite als Gemahlin. Sie wies ihn ab und sollte dafür sterben. Der Überlieferung zufolge sollte sie durch vier Räder zerrissen werden. Es errette sie jedoch ein Engel, der die Räder zerstörte. Daraufhin wurde sie geköpft. Bis heute wird die Heilige Katharina von Alexandrien meist mit einem Rad dargestellt.

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Der Turm und seine schöne Aussicht

Der Turm der Marienkirche ist 70 Meter hoch. Am Fuße des Turmes befindet sich der Haupteingang der Kirche. Im zweiten Obergeschoss des Turmes ist hinter der Orgel ein wunderschönes Rosenfenster verbaut. Der Sockel des Turms ist viereckig – der obere Teil jedoch achteckig. Der Übergang ist aufwendig verziert und kaschiert.

An einem klaren Tag können Sie die ganze Umgebung rund um Reutlingen von oben bestaunen. Auch die Reutlinger Hausberge, die Achalm und der Rossberg, sind im Blickfeld.

Von April bis Oktober können Sie den Turm Dienstag bis Freitag von 10:00 - 16:30 Uhr besteigen. An Samstagen haben Sie die Möglichkeit von 10-12 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11-17 Uhr.

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Die Glocken

Wenn Sie sich dazu entschließen sollten, den Turm zu besteigen, dann kommen Sie auch an einigen Glocken der Marienkirche vorbei. Hier können Sie sich ein Glockenspiel der Marienkirche anhören.

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Der Dachboden / das Lapidarium

Auf dem Weg nach oben zur Turmspitze begegnet man einigen verschlossenen Türen. Hinter ihnen verbirgt sich der Dachboden der Marienkirche. Auf ihm stehen noch alte Teile der ursprünglichen Orgel und Orgelpfeifen. Außerdem befand sich früher das Stadtarchiv in den Räumen über den beiden Sakristeien.

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